Erfahrungen
Schreiben Sie uns wenn auch Sie spannende, wissenswerte oder einfach interessante Erfahrungen mit HiFi, Highend oder Homecinema haben. Ausgewählte Beiträge stellen wir Ihnen hier vor.
4 Stunden SPU und ...
Teil 1
"Wo ist das verflixte Ding?" Ich durchwühle randvolle Schubladen gefüllt mit Steckern, Spikes, Werkzeug und anderen HiFi – Utensilien. Aus dem Schrank mit Zeitschriften usw. kommt mir ein Knäul von verschiedenen Kabeln entgegen, und knallt (mit den Steckern zuerst) auf den Laminatboden. Peng ! Ruhig bleiben ...
Die Ehefrau (leicht genervt): "Was suchst du eigentlich? Mußt du wieder was testen? Wieder soo´n Ding mit blauem Licht ?"
Es gibt in der Tat nach relativ langer Zeit mal wieder etwas auszuprobieren.
Doch geht es diesmal nicht - wie beim letzten Mal - um klangliche Nuancen.
Oder darum, ob sich überhaupt etwas verändert...
Das schon mal vorweg: Es geht um wahre Tendenzen im Klangbild!
Die Zutaten dafür sind:
Das ORTOFON SPU und ein neuer, speziell darauf abgestimmter MC – Trafo
aus dem Hause Auditorium23 !
Und das Schönste ist: Ich habe die Sachen bereits zu Hause – sie warten nur darauf installiert zu werden! Alles ist vorbereitet - es fehlt nur noch der 1 Komma-sonstwas Imbusschlüssel für die Höhenverstellung des SME 3012. Eine Nadel im Heuhaufen.... Und die Spannung steigt von Sekunde zu Sekunde. Irgendwann finde ich das Teil dort, wo ich es als unordentlicher Mensch am wenigsten erwartet hätte: Im 3012er Originalkarton... Also – jetzt aber: Das SPU ersetzt ein DL 103. Fix gemacht. Der Tonarm muß ein paar Millimeter höher – nur eine Sekunde. Trafo umstecken. Ach ja – und nicht vergessen: Das SPU will sein 4g Auflagegewicht haben ! Bei der SHURE – Waage ist ab 3g mit der Skala Schluß. Bis 3,3g geht "Augenmaß", der Rest nach Gefühl.Die Stroboskop – Scheibe kommt später drauf. Erstmal: Vinyl! Von der letzten Hörsession stehen noch 20-30 verteilt im Raum. Es vergehen noch mind. 2 Min., bis ich mich für eine entschieden habe. Doch bevor das SPU majestätisch aufsetzt....
Manche technischen Weiterentwicklungen lassen sich in
gewisser Weise vorausahnen:
So ist es fast nur eine logische Konsequenz, daß es mit
einem Programm wie "GoogleTM Earth" eines Tages evtl.
möglich sein wird, sich im Internet per Mausklick über das
Angebot von "Single Malt`s" virtuell durch die Bar`s von
Manhattan zu hangeln.
Vielleicht wird es auch Satelliten -Standbilder von unserem gesammten Planeten -oder zumindest von den Millionenstädten wie Mainhattan- geben. Dank der vermutlich zur Verfügung stehenden hohen Auflösung kann man dann die Grashalme in der Gabelsberger Straße zählen, bis es wieder so weit ist, daß ein neues, sensationelles Produkt das Haus Nr. 23 verläßt. Spekulationen gibt es natürlich diesbezüglich immer – aber Genaues.... Da wird auch in Zukunft das "Internet" keine Einblicke gewähren. Doch irgendwann, gerade wenn man sich der unerschütterlichen Qualität seines Musikwiedergabe-System`s sicher ist, ruft W. Möhring an. Und berichtet in außergewöhlicher Begeisterung vom neuen SPU – Trafo...
Natürlich haben wir uns auf den Weg nach Bielefeld gemacht. Aber ganz locker. Die bisherigen Qualitäten des SPU`s hatten wir schon oft im Studio hören können. Haben-wollen-Faktor? Klar! Aber deswegen schlaflose Nächte? Nein! Die Chance eine Kombination wie DENON DL103 + Auditorium23 Trafo wirklich toppen zu können, würde sich mit Investitionen im 4-stelligen Bereich ergeben.
Vollkommen gelassen schlendern wir durch das Studio. Doch anstatt erstmal wie üblich genüßlich einen Kaffee zu schlürfen, geht W.M. ohne große Umschweife zur Sache. Das ist schon mal verdächtig...
Eingeschliffen zwischen einer Platine Verdier + SME3012 / SPU und einer Transitor Vor/End Kombi angemessener Qualität lauert der neue Trafo auf seinen Einsatz. Die als Schallwandler vorgesehene großvolumige 3 – Wege Box mit 15" Basstreibern gehört für mich zur "Hör-mal-wieviel-Plomben der Trompeter-hat" Kategorie. Bass, Höhen, Auflösung usw. ohne Ende ... Es geht los - A/B Vergleich! ... Also kurz und bündig: Die Unterschiede sind so radikal wie von W.M. angesagt. Mit dem neuen Auditorium23 MC-Übertrager klingt der Bassbereich gegenüber dem T1000 wesentlich konturenreicher - ordentlicher.
Man kann jetzt vielleicht sogar (vorsichtig) den Ausdruck "Energie" verwenden. Für mich lautet das Resultat dennoch: "Klang" mit Bass, Höhen, Auflösung usw. - nur eben sehr viel mehr davon. Die Installation gewinnt jedoch enorm, und ist in sehr großen Räumen (ab 65qm ?) jetzt bestimmt mehr als interessant! Ohne die typisch HiFi-istischen Beschreibungen stellen sich die Resultate in Verbindung mit der sich im selben Raum befindlichen Auditorium23 - Komplettinsatallation dar. Nouvelle Platine + SME3012/SPU, Shindo Aurieges, Shindo Montille. stehen wohlpositioniert auf einer Gütte-Bank. An deren Seiten stehen die beiden Solovox. Und: Sie blühen auf – klingen nicht einfach nur "bessser". Hier muß der Ausdruck "Energie" verwendet werden. Musikzugewinn meinetwegen auch. Die Solovox wird sehr viel zugänglicher –und fühlt sich bei Scheiben von N. Young bis Wagner richtig in ihrem Element. Die Musik wird immer auf eine Bühne mit vernünftigen Dimensionen in einem scheinbar atomar unzertrennbarem Zusammenhang.projiziert. Hier wird es so eindeutig, daß "Kraft etwas anderes als Leistung" ist ! Besonders wenn beim A/B – Vergleich wieder A angeklemmt ist. Lange Gesichter sind garantiert...
Back Home
Der Abtaster nimmt sich die Rolling Stones No. 2 vor – eine DECCA Erstpressung mit dem weinroten Label und goldener Schrift.
Anstatt sofort mit audiphilen Leckerbissen zu starten, gibt es bei mir erst einmal als Vorspreise "Hartes Brot". Diese Mono Aufnahme bietet so ungefähr den Dynamikumfang meines ersten Cassettenrecorders. Die 2 Rillen sind (auch frisch gewaschen) rein optisch eine Katastrophe – doch bei mir muß eine Aufnahme in dem Zustand noch "spielen", und nicht nur ein historisches Dokument darstellen. Schon klar – gibt es lääängst als SACD.
"Äääh-wä-rieeh-baaaah-di, wooondt -samm-baaaah-di ....".
Bei diesem 1. Song auf Seite 1 denkt man unweigerlich schmunzelnd an den Soundtrack aus dem Film "Blues Brothers". Doch hier spielt eine 40 Jahre alte "dünn" abgemischte LP ohne visuelle Unterstützung. Ich mache es mir jetzt mit der Situationsschilderung einfach. 4 Zeilen höher "Vorher" - Unten: "Nachher"
"Äääh-wä-rieeh-baaaah-die, wooondt -samm-baaaah-die ....".
Ich will es mir einfach machen. Weil: Es ist einfach. Die Akzenturierung der Stimme Jagger`s hat zunehmend eine "Dimension mit wechselnden Intensitäten" erhalten. Das ist die Aufschlüsselung des Höreindruckes von "mehr Energie". Bei einer sehr gelungenen Einspielung von "La Traviata" auf RCA mit A. Moffo / R. Tucker vermitteln die Rondo einen kompletteren, wahreren Höreindruck. Schon der Beginn der Ouvertuere – ganz leise – sitzt punktgenau...
Man wird von Anfang an mehr in das musikalische Geschehen mit einbezogen. Die Interpreten wirken jetzt sozusagen in der "Energieverteilung" 3-Dimensional gestaffelter, und gleichzeitig mit mehr Zusammenhalt.
Der Versuch "Vorher / Nachher" zu veranschaulichen. Mit den gängigen klanglichen Beschreibungen kommt man nicht weit...
Als Basis für solche abstrakten Bildchen gilt für mich immer noch der Besuch von Live – Darbietungen. Wie hier -2 Tage nach nach dem Test im Rahmen einer Wein-Messe: La Traviata "in Echt"...
Die "Faszination WIE Live war schon "vor dem neuen Trafo" gegeben. Doch: Jetzt ist man der Sache doch tasächlich noch ein Stückchen näher gekommen.
Eckhard Schröder, 09.11.05

